Wertekompass für Künstliche Intelligenz
Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) präsentiert einen wertebasierten Kompass für die Gestaltung der Künstlichen Intelligenz (KI) im Dienst der Gesellschaft.
Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) markiert einen grundlegenden Wendepunkt für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. In ihrem aktuellen Policy Paper „Künstliche Intelligenz im Dienst des Gemeinwohls“ fordert die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) eine Abkehr von rein effizienz- und profitorientierten Ansätzen.
Der kompakte Leitfaden zeigt, wie KI entlang der Gemeinwohl-Matrix – Menschenwürde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitbestimmung –
verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden kann. Es lädt ein, KI nicht nur technisch, sondern vor allem gesellschaftlich zu gestalten – transparent, gerecht, ökologisch tragfähig und demokratisch legitimiert. Adressiert an Zivilgesellschaft, Unternehmen, Politik und Medien bietet das Papier Orientierung für Debatten und konkrete Ansatzpunkte für die Praxis.
Das Paper ordnet Chancen und Risiken ein – von Bias und Desinformation bis zu Machtkonzentration und Ressourcenverbrauch – und skizziert Lösungen: konsequenter Datenschutz, unabhängige Prüfungen für Hochrisiko-Anwendungen, Erklärbarkeit von Entscheidungen, Kompetenzausbau in Bildung und Verwaltung. Es plädiert für gemeinwohlorientierte KI-Ökosysteme in Europa, bevorzugt sichere und transparente Standards, auditierbare Open-Source-Modelle und partizipative, digitale Gemeingüter. Zudem werden transparente Berichte zu Energie‑, Wasser‑ und Ressourcenverbrauch sowie die Priorisierung erneuerbarer Energien gefordert.
Zur demokratischen Kontrolle empfiehlt die GWÖ klare Kennzeichnung KI-(mit)erzeugter Inhalte, Opt-out-Möglichkeiten, „Human-in-the-Loop“-Verfahren und institutionalisierte Beteiligung. Den EU AI Act begrüßt das Papier als wichtigen Schritt, fordert aber eine stärkere Verankerung ökologischer und sozialer Kriterien sowie internationale Koordination.
»Als Futuristin und Psychologin bin ich überzeugt: Künstliche Intelligenz ist kein neutrales Werkzeug, sondern ein Spiegel unserer Werte und Machtstrukturen. Wenn wir sie am Gemeinwohl ausrichten, kann sie zu einem der stärksten Hebel für Würde, Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung werden – wenn wir es nicht tun, verstärkt sie bestehende Ungleichheiten. Die entscheidende Frage unserer Zeit lautet daher nicht, wie schnell KI wird, sondern wem sie dient und welches Menschenbild wir in ihr verankern.«
Anabel Ternès von Hattburg, Prof. Dr. CEO Sustain Plus GmbH, CIO Lavivee GmbH, Vorständin Muhammad Yunus’ FoSB, Schirmherrin des UN World Cleanup Day, Zukunftsforscherin, Psychologin, Sprecherin der Gemeinwohl-Ökonomie mit Schwerpunkt Soziale Nachhaltigkeit, Innovation und Kinderrechte

