30. März 2026

Aktueller Stand der geförderten Projekte aus dem GWÖ-Rat

In einer Online-Austauschrunde kamen Ende März die Projektträger*innen der acht durch den „GWÖ- Rat“ geförderten Projekte zusammen, um über den aktuellen Stand zu berichten. Diese Projekte decken ein breites Spektrum ab – von schulischer Bildungsarbeit über kommunale Partizipation bis hin zur Integration von Gemeinwohlwerten in Religionsgemeinschaften und Kulturbetrieben. Der Austausch verdeutlicht die Dynamik innerhalb der Bewegung und zeigt auf, wie Gemeinwohl-Ökonomie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen praktisch greifbar gemacht werden kann.

Bildungsprojekte an Schulen »Bildungs-Workshops zur Gemeinwohl-Ökonomie: Wirtschaft anders denken«

Das Projekt im Bildungsbereich hat das Ziel die Grundsätze der GWÖ in die Schulen zu bringen und konzentriert sich auf die Durchführung von GWÖ-Workshops insbesondere an Handelsakademien (HAK). Von geplanten 60 Workshops wurden bereits 43 vereinbart und ein Großteil erfolgreich abgewickelt, wodurch etwa 500 Jugendliche und 50 Lehrkräfte erreicht werden konnten. Über die Bundesländer hinweg insbesondere im Burgenland und in Oberösterreich stießen die Inhalte auf großes Interesse, was zu Bestrebungen führt, die GWÖ stärker im Schulcurriculum zu verankern. Die 100-minütigen Einheiten behandeln Schwerpunkte wie Nachhaltigkeit oder „Best Practice“ mittels interaktiver Methoden wie Ressourcen-Spielen oder der Arbeit mit der Gemeinwohl-Matrix und 20 GWÖ-zertifizierten Unternehmensbeispielen.

Gemeinwohl in der Kultur: »Belletristik für das Gemeinwohl«

Unter dem Fokus, die GWÖ im Kulturbereich sichtbarer zu machen, arbeitet dieses Projekt an der Organisation von Veranstaltungsreihen und Lesungen. Auf Basis von drei Büchern des Autors Sven Hartberger zum Thema Gemeinwohl sind Kooperationen mit renommierten Wiener Häusern für die kommende Spielzeit geplant. Ziel ist es, durch hochkarätig besetzte Diskussionsrunden und künstlerische Begleitung bis zu 1.200 Personen zu erreichen. Die öffentliche Phase startet ab September 2026.

Bürgerrat und Gemeinwohlkompass »Demokratischer Gemeinwohl-Index für einen Wiener Gemeindebezirk«

Im Wiener Bezirk Margareten wurde nach zwei durchgeführten Piloten ein Prozess zur Entwicklung eines „Gemeinwohl-Kompasses“ durchgeführt. Ein repräsentativ zusammengesetzter Bürgerrat erarbeitete Ziele und Indikatoren für den Bezirk. Die Ergebnisse wurden bereits der Bezirksvorstehung übergeben. Ein Folgeprojekt mit der Stadt Wien soll speziell Menschen ohne Staatsbürgerschaft einbeziehen. Die Ergebnisse können nachgelesen werden, siehe Nachschau.

Menschenrechte im Alltag »Menschenwürde in Gemeinden sichtbar machen«

Dieses Projekt untersucht, wie das Thema Menschenwürde in Gemeinden sichtbar und messbar gemacht werden kann. Das Interesse übertraf die Erwartungen: Statt der geplanten sechs Gemeinden nehmen nun 21 Gemeinden und zwei Regionen teil. Durch wissenschaftlich begleitete Interviews werden Erfolgskriterien erarbeitet. Zudem bietet das Projekt „Lernimpulse“ an zu Themen wie Kinderschutz oder der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen an. Siehe Projekttagebuch.

Glaubensgemeinschaften »Beitrag der Religionsgemeinschaften zum Gemeinwohl in Österreich«

In Kooperation mit der Theologischen Fakultät Innsbruck wird der gesellschaftliche Nutzen von Religionsgemeinschaften anhand der Gemeinwohl-Matrix untersucht. In Workshops wurde erarbeitet, wie spirituelle Beiträge und ehrenamtliches Engagement in die Logik der Gemeinwohl-Bilanz übersetzt werden können. Eine Präsentation der Ergebnisse findet im Mai bei einer Fachtagung in Innsbruck statt.

GWÖ-Roadshow Gemeinden »Die Gemeinwohl-Bilanz als Instrument für zukunftsfähige Gemeinden und Unternehmen in Österreich!«

Das Projekt „Roadshow Gemeinden“ zielt darauf ab, politische Entscheidungsträger*innen und regionale Unternehmen für die Gemeinwohl-Bilanzierung zu begeistern. In der Steiermark konnten bereits Vertreter*innen aus drei Gemeinden und mehrere Unternehmer*innen gewonnen werden, um gemeinsam erste Schritte Richtung Bilanzierung zu diskutieren. Siehe Nachschau. Ein weiterer Termin ist für Mai in Niederösterreich fixiert, um langfristig regionale „Peergruppen“ aufzubauen.

Umfassende Befragung »Umfrage unter GWÖ-Mitgliedern und Newsletter-Bezieher*innen«

Dieses Projekt widmet sich der methodischen Erfassung von Feedback innerhalb der GWÖ-Bewegung. Hierfür wird eine umfassende Umfrage für Newsletter-Bezieher*innen, Privatpersonen und Unternehmen entwickelt. In Abstimmung mit Expert*innen der Wirtschaftsuniversität Wien stehen drei spezifische Fragenkataloge kurz vor der Veröffentlichung. Die Befragung soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.

Öffentlichkeitsarbeit »Kommunikations-Paper zur Stärkung ethischen Wirtschaftens durch die GWÖ«

Um die öffentliche Wahrnehmung der GWÖ zu schärfen, wurde ein umfassendes Kommunikations-Paper erarbeitet. In 20 Sitzungen wurde die Matrix aus kommunikativer, politischer und audit-spezifischer Sicht analysiert, um Kernbotschaften prägnanter formulieren zu können. Ein zusätzlicher Bestandteil ist die Aufbereitung von „Good-Practice“-Beispielen, die zeigen, wie Unternehmen ökologische und soziale Nachhaltigkeit bereits heute erfolgreich leben. Das fertige Paper soll als fundierte Basis für die Öffentlichkeitsarbeit und die politische Argumentation dienen.

Ausblick

Die Präsentationen verdeutlichten die Stärke der einzelnen Initiativen, das hohe Potenzial einer Vernetzung sowie die Möglichkeit, Synergien effektiv zu nutzen. Ob in der Bildung, der Kultur oder der Kommunalpolitik – die Projekte tragen dazu bei, die Vision eines gemeinwohlorientierten Wirtschaftssystems Realität werden zu lassen. Wir werden weiter berichten

Auszug aus dem Bildungsprojekt an Schulen und dem demokratischer Gemeinwohl-Kompass für einen Wiener Gemeindebezirk Margareten.

30. Juni 2025

Der Rat der Gemeinwohl-Ökonomie vergibt 80.000 Euro Förderung

Acht von insgesamt 18 Projekten wurden ausgewählt

Fotos aus der Nachschau (siehe Flickr-Album) können für Social Media Posts bzw. Pressezwecke im Zusammenhang mit dem GWÖ-Rat gerne honorarfrei verwendet werden. Bitte Copyright angeben © GWÖ Österreich.

Das Ergebnis steht fest – der GWÖ-Rat hat am 20. und 21. Juni getagt und über die Verteilung einer Rate aus der Gute-Rat-Zuteilung an die Projekteinreichungen entschieden. Es war eine Herausforderung – das Einreichvolumen überstieg die zur Verfügung stehende Fördersumme vierfach. Dennoch gelang es dem GWÖ-Rat – bestehend aus 7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen – in konstruktiver Zusammenarbeit eine Entscheidung im Konsent zu treffen. Aus 18 eingereichten Projekten wurden 8 ausgewählt.

Wir danken den 14 Mitgliedern des GWÖ-Rats sehr herzlich für ihr Engagement und das Herzblut, das sie eingebracht haben. Folgende GWÖ-Mitglieder wurden per Los ausgewählt und haben sich bereit erklärt, Teil des GWÖ-Rats zu sein:

Privatpersonen: Elisabeth Donawell, Caroline Felder, Wolfgang Penetsdorfer, Verena Plesch, Ulrike Reimann, Heinrich Torggler, Bernhard Wagner

Unternehmenvertreter*innen: Reinhard Decker Unternehmensberatung; Rosa Maria Eglseer, Vorsorge & Gesundheitsförderung RME GmbH; Fritz Fessler, Genossenschaft für Gemeinwohl; Boris Hanreich Film und Video Produktion; Anna Oladejo, interlink marketing e.U.; Horst Rysavy, IT- und Organisationsberatung; Matthias Widlroither, Mehr Sinn Im Leben.

Ebenso danken wir Annemarie Felder und Rainer Krismer für die achtsame, professionelle Begleitung des Prozesses und allen Projekt-Einreichenden für ihre Initiative.

Wir gratulieren den ausgewählten Projekten sehr herzlich. Die Fördersumme von € 80.000 wurde vom GWÖ-Rat wiefolgt zugeteilt:

Das Einreichvolumen gesamt betrug € 319.147

Gemeinwohl-Bilanzierung für Gemeinden, eingereicht von Ulrike Amann, geförderte Summe 89 % der Einreichung.

Dieses Projekt zeigt, wie Menschenrechte und Menschenwürde in Gemeinden lebendig werden. Mit dem Arbeitsbuch V2.1.A entwickeln wir Messgrößen, um die Umsetzung zu prüfen. Wir suchen mindestens 6 Gemeinden in Österreich, um gemeinsam Maßnahmen zu messen und sichtbar zu machen. Ziel ist es, das Bewusstsein für Menschenrechte zu stärken und sie in der Gesellschaft zu verankern – für eine gerechte und lebenswerte Zukunft für alle.

Bildung/Schulen, eingereicht von Tobias Marpert, geförderte Summe 100 % der Einreichung.

In 60 interaktiven Workshops tauchen junge Menschen erlebnisorientiert in die Welt der Gemeinwohl-Ökonomie ein. Durch kritisches Reflektieren vom Ist-Zustand des Wirtschaftssystems und anhand kreativer Methoden und spielerischem Lernen wird wirtschaftliches Denken neu erlebt. Das Projekt macht der kommenden Generation Mut, selbst aktiv zu werden – für eine nachhaltige Zukunft, die alle mitgestalten können. Bildung zur Gemeinwohl-Ökonomie, die inspiriert und motiviert!

Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung, eingereicht von Silvia Painer, geförderte Summe 52 % der Einreichung.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer fundierten Kommunikationsgrundlage, die das Herzstück der Gemeinwohl-Ökonomie – die Gemeinwohl-Matrix mit ihren 20 Themenfeldern – in eine verständliche und öffentlichkeitswirksame Sprache übersetzt. Diese Grundlage soll wirkungsvoll in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in der politischen Kommunikation der Bewegung eingesetzt werden. Auf dieser Basis werden alle bislang gemeinwohl-bilanzierten Unternehmen in Österreich analysiert. Mindestens 20 davon werden exemplarisch ausgewählt und als Best-Practice-Beispiele redaktionell aufbereitet – mit Bild und Text für die Verwendung auf allen Kommunikationskanälen. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Zusammenarbeit der Bereiche Audit, Politik und Kommunikation.

Gemeinwohl-Bilanzierung für Organisationen, eingereicht von Johannes Panhofer, geförderte Summe 50 % der Einreichung.

Gibt es nur skandalträchtige Schlagzeilen oder leisten Kirchen und Religionsgemeinschaften auch einen positiven Beitrag für das Gemeinwohl? Im Mai 2026 soll an einer Tagung an der UNI Innsbruck die Bedeutung der Gemeinwohl-Traditionen religiöser Gemeinschaften/Kirchen erörtert und mit dem GW-Verständnis der GWÖ kontrastiert werden. Dazu werden Ergebnisse von GW-Bilanzierungsprozessen eingespielt, die zuvor durch religiöse Gemeinschaften und kirchliche Einrichtungen durchgeführt wurden. Stärken und Defizite sowie Entwicklungspotential werden sichtbar und zwei oft parallel verlaufende Diskussionen (die akademische und empirische) auf konstruktive und inspirierende Weise verschränkt.

Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung, eingereicht von Sonja Sewera, geförderte Summe 61 % der Einreichung.

Für die Weiterentwicklung der GWÖ-Bewegung ist es wichtig, die Bedürfnisse bestehender und potenzieller Mitglieder zu kennen. Eine österreichweite Umfrage mit externer Beratung soll diese Erkenntnisse liefern. Zwei onlinebasierte, toolgestützte Befragungen – an Mitglieder und Newsletter-Abonnent*innen – sollen Hinweise zur Verbesserung von Kommunikation, Mitgliederzufriedenheit, Engagement und Mitgliedergewinnung liefern. Diese Ergebnisse helfen Vereinen, Berater*innen und Auditor*innen, ihre Arbeit gezielter zu gestalten und so Wachstum, Bilanzierungsrate und Bindung zu stärken.

Bevölkerung, Privatpersonen, eingereicht von Sven Hartberger, geförderte Summe 50 % der Einreichung.

Das Projekt soll Menschen erreichen, die sich von Wirtschaftsfragen überfordert fühlen, sich nicht interessieren oder sich generell von politischen Fragen fernhalten. Wege zu diesem großen, inhomogenen Personenkreis sollen mit dem Mittel der Essayistik und Romanliteratur eröffnet und mit Lesungen und performativen Veranstaltungen über die vielfältigen Plattformen von Kunst und Kultur beschritten werden: Bibliotheken, Buchhandlungen, Literaturzirkel, Konzerthäuser, Theater, etc.

Bevölkerung, Privatpersonen, eingereicht von Lorenz Trattner, geförderte Summe 71 % der Einreichung.

In einem Wiener Gemeindebezirk entwickelt ein Bürger*innenrat gemeinsam mit Expert*innen einen Gemeinwohl-Index. Dabei werden geteilte Werte erarbeitet, die mit Indikatoren messbar gemacht werden. Ziel ist es, die Lebensqualität und das Gemeinwohl im Bezirk sichtbar und bewertbar zu machen. Der partizipative Prozess endet mit einer öffentlichen Präsentation, bei der die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden.

Gemeinwohl-Bilanzierung für Gemeinden, eingereicht von Bettina Winert und Thomas Mönius, geförderte Summe 50 % der Einreichung.

Eine Roadshow wird für Gemeinden und Unternehmen ihres Einzugsgebietes konzipiert. Ziel ist es, Entscheider*innen vor Ort über die GWÖ und den Nutzen einer Gemeinwohl-Bilanzierung zu informieren, zu inspirieren und für konkrete Umsetzungsmöglichkeiten zu motivieren. Bis zu 4 Gemeinden sollen eine Veranstaltung mit Präsentation, Workshop und Einzelgesprächen durchführen.

Den Mitgliedern im GWÖ-Rat war es wichtig, jene Projekte wertzuschätzen, die nicht zum Zug kamen. Daher erging eine Summe von gesamt € 3.000 an die 10 Projekte, die nicht ausgewählt werden konnten.

  • 360° AWARD – Ehrung für herausragende gelebte Gemeinwohl-Ökonomie
  • Gemeinwohl-Ökonomie im Reallabor RESET
  • Gemeinwohlladen-Baukasten – regional handeln, gemeinsam wachsen
  • Grätzl Commons Fonds
  • Legislatives Theater für eine demokratische Wirtschafts-Transformation
  • MahlZeit – Eine warme Mahlzeit. Ein offenes Ohr. Ein Herz für Menschen
  • Mitglieder werben Mitglieder
  • Neuer Meilenstein für den öffentlichen Sektor: Der Sub-Hub DACHL öffnet seine Türen und beginnt mit seiner Arbeit!
  • Österreichische GWÖ-Vereine machen die Gemeinwohl-Bilanz
  • Wirtschaften mit Sinn – sozKom zeigt wie GWÖ wirkt: Impulse und Werkzeuge für Unternehmen im Wandel

Einblicke in den GWÖ-Rat …

Beim Rat der Gemeinwohl-Ökonomie wurde deutlich, wie kraftvoll demokratische Prozesse wirken können, wenn sie von gemeinsamen Werten getragen werden.

„Beim GWÖ-Rat habe ich erlebt, wie einfach es gehen kann, dass sich 14 Personen zu 18 eingereichten Projekten, die in Summe viermal so viel Geld benötigen als zu verteilen da ist, innerhalb von 24 Stunden so einigen können, dass kein einziger Widerstand mehr im Raum ist. Eine großartige Lernerfahrung und tiefe Dankbarkeit, dass ich das miterleben durfte.“
Fritz Fessler, der für die Genossenschaft für Gemeinwohl als GWÖ-Rat teilnahm.

Auch Elisabeth Donawell, die als Privatperson teilnahm, ist inspiriert:

„Geld kann so sinnvoll eingesetzt werden – ich war fasziniert von den wundervollen Projekten!“
Elisabeth Donawell, Teilnehmerin

Professionell begleitet wurde der Prozess von Annemarie Felder und Rainer Krismer, die durch beide Tage führten:

„Aus den Diskussionen der Verteilung beim Guten Rat kann ich mich gut an die Wertediskurse erinnern. Genau das haben die 14 ausgelosten Vertreter*innen der Gemeinwohl-Ökonomie weitergeführt und über die Mittelzuteilung an eingereichte Projekte entschieden. Fasziniert über die Weisheit und den sehr wertschätzenden Kommunikationsstil dieser Gruppe wird durch die Umsetzung der Projekte viel Gutes in die Welt kommen.“
Annemarie Felder, Organisationsentwicklerin und Prozessmoderatorin

Für Rückfragen steht das Team im Hintergrund des GWÖ-Rats gerne zur Verfügung:

Lukas, Manfred, OskarRainer, Reinhold, Silvia und Sonja

E-Mail: austria@econgood.org

2. Juni 2025

Der GWÖ-Rat tagt am 20. und 21. Juni 2025 in Salzburg

Der Rat der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wird am 20. und 21. Juni 2025 in Salzburg zusammenkommen, um in einer eineinhalbtägigen Sitzung mit professioneller Moderation über die Vergabe der Gute-Rat-Gelder zu entscheiden. Nach Abschluss der Einreichungsphase am 15. April 2025 gingen insgesamt 21 Projektvorschläge von GWÖ-Mitgliedern ein. Nach einer sorgfältigen Prüfung durch die Steuerungsgruppe des GWÖ-Rats wurden fehlende Informationen ergänzt, ein Projekt wurde in ein ähnliches integriert, und zwei weitere nach Rücksprache zurückgezogen. Somit kommen 18 Projekte in die finale Entscheidungsrunde. Für die Entscheidungsfindung wurden 14 GWÖ-Mitglieder – darunter 7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen – per Zufall ausgewählt. Sie werden mit Unterstützung eines erfahrenen Moderator*innen-Teams über die Zuteilung der Mittel entscheiden.

April 2025

Wir haben 14 Mitglieder im GWÖ-Rat und 21 Projekteinreichungen

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die ihre Bereitschaft zur Teilnahme am GWÖ-Rat rückgemeldet haben. 14 GWÖ Mitglieder (7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen) wurden in einer zweiten Runde erneut nach dem Zufallsprinzip ausgelost. Der GWÖ-Rat wird eineinhalb Tage lang im Juni 2025 mit der professionellen Unterstützung eines Moderator*innen-Teams über die Zuteilung der Gute-Rat-Gelder an die eingereichten Projekte entscheiden.

Die Projekteinreichung wurde mit 15. April 2025 geschlossen. Wir haben 21 spannende Einreichungen von GWÖ-Mitgliedern erhalten. Diese werden aktuell in der Projektgruppe formal mit den vorgegebenen Kriterien geprüft und kommen im Anschluss für die Entscheidung in den GWÖ-Rat. 

Jänner – April 2025

Jetzt Projekte für den GWÖ-Rat einreichen!

Der Bundesverband der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich hat im Sommer 2024 einen Prozess gestartet, um die Entscheidung für die Verwendung der Gelder des Guten Rates für Rückverteilung, initiiert von Marlene Engelhorn, auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Mit einer Rate der Zuwendungen sollen Projekte finanziert werden, über deren Zuteilung ein sogenannter GWÖ-Rat entscheidet. Nach Abzug der Prozesskosten steht dafür ein Betrag 80.000 Euro zur Verfügung.

Alle Mitglieder der GWÖ Österreich sind eingeladen, eigene Projekte bis 15. April 2025 einzureichen.

Wir haben die Einreichfrist um einen Monat verlängert. Die Kriterien dafür sind im Einreichformular beschrieben.

Oktober 2024

Dokumentation zum Guten Rat zur Rückverteilung

September 2024

Gemeinwohl-Ökonomie Österreich initiiert GWÖ-Rat

Der Bundesverband Gemeinwohl-Ökonomie Österreich initiiert mit einem ersten Teil der Zuwendung des Guten Rates für Rückverteilung einen GWÖ-Rat, der über die Finanzierung von Projekten zur Stärkung der Gemeinwohl-Ökonomie in Österreich entscheiden soll. Alle GWÖ-Mitglieder sollen Projekte einreichen können. Details dazu folgen. Dass es spannend wird, ist fix. Daher laden wir jene Mitglieder ein, die gerne in der Projektgruppe mitarbeiten möchten. Schreibt bitte bis 15. Oktober 2024 an austria@econgood.org.

Am 3. Dezember 2024 lädt die GWÖ Vorarlberg zum Event  Der Gute-Rat für Rückverteilung – Ich war dabei!  ein. Ein Mitglied des Guten Rats wird an diesem Abend aus erster Hand von den intensiven Diskussionen und der Entscheidungsfindung berichten, siehe Termininfo.

Fotos: Guter Rat, Marlene Nemeth, Bizeps

Beim Fest des Guten Rates am 14. September 2024 konnten wir unser Dankeschön in Form eines CHAPEAU Lesezeichens überreichen. Der Austausch mit den Mitgliedern des Guten Rates für Rückverteilung, dem Team, den Moderator*innen, den Expert*innen und weiteren beteilten Organisationen war sehr berührend. Es gab viel zu erzählen.

Juni 2024

Die Gemeinwohl-Ökonomie bedankt sich herzlich
für die Wertschätzung des Guten Rates für Rückverteilung

50 Bürger*innen haben entschieden, dass die Gemeinwohl-Ökonomie in den kommenden 5 Jahren mit mehr als einer halben Mio. Euro unterstützt wird.

Die Entscheidung des Guten Rates für Rückverteilung, die Gemeinwohl-Ökonomie Österreich in den kommenden fünf Jahren großzügig finanziell zu unterstützen, ist ein ehrenvolles Geschenk. 50 Mitglieder des Bürger*innen-Rates haben unseren Einsatz für ein gemeinwohl-orientiertes Wirtschaften als wertvollen gesellschaftlichen Beitrag eingestuft und entsprechend belohnt. Es ist eine sehr schöne Wertschätzung für den umfassenden Einsatz, den unsere Aktiven und Expert*innen – zum Großteil ehrenamtlich – geleistet haben und weiterhin leisten werden, um unserem Ziel einer 360°//GOOD ECONOMY zum Durchbruch zu verhelfen.

Ein Bürger*innen-Rat oder Bürger*innen-Konvent ist Teil unserer DNA. Das ist das Gremium, das die größte Expertise hat, Aussagen darüber zu treffen, was es bedeutet, ein gutes Leben für alle möglich zu machen. Und genau diese Aussagen sollten die Basis für politische Entscheidungen sein.

Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt sich dafür ein, den Wohlstand einer Gesellschaft nicht anhand des Brutto-Inland-Produktes (BIP), einem rein monetären Aggregat, zu messen, sondern mit einem von einem Bürger*innen-Rat zu definierenden Gemeinwohl-Produkt, das auch gesellschaftliche Werte und Kriterien für ein gutes Leben wie Menschenwürde, Solidarität, Verteilungsgerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung mit einbezieht.

Ein demokratisches Gemeinwohl-Produkt würde gleich zwei Probleme in einem lösen: Die Bevölkerung würde stärker einbezogen in das politische Geschehen, womit sich die in den letzten Jahren aufgegangene Kluft zwischen der Politik und Bevölkerung schließen würde. Zum anderen hätte die Gesellschaft endlich einen ethischen Kompass für die Wirtschaftspolitik, der ein gutes Leben für alle ermöglicht.

Marlene Engelhorn hat unsere Hochachtung für die Idee und den Mut, die Rückverteilung an eine Entscheidung eines Bürger*innen-Rats zu binden, im Vertrauen darauf, dass sie eine gerechte Lösung finden werden. Das ist ein starkes Vorbild nicht nur für Vermögende, sondern vor allem für politische Entscheidungsträger*innen.

Wir bedanken uns herzlich bei den 50 Bürger*innen für die intensive Arbeit und dem Team rund um den Guten Rat, das den Raum geschaffen und gehalten hat. Wir freuen uns mit den Organisationen, die ebenfalls bedacht worden sind und wollen das Geld im besten Sinne einer gemeinwohl-orientierten Wirtschaft einsetzen.

Foto: © Hanna Fasching