31. März 2026

Aktueller Stand der geförderten Projekte aus dem GWÖ-Rat
In einer Online-Austauschrunde kamen Ende März die Projektträger*innen der acht durch den „GWÖ- Rat“ geförderten Projekte zusammen, um über den aktuellen Stand zu berichten. Diese Projekte decken ein breites Spektrum ab – von schulischer Bildungsarbeit über kommunale Partizipation bis hin zur Integration von Gemeinwohlwerten in Religionsgemeinschaften und Kulturbetrieben. Der Austausch verdeutlicht die Dynamik innerhalb der Bewegung und zeigt auf, wie Gemeinwohl-Ökonomie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen praktisch greifbar gemacht werden kann.
Bildungsprojekte an Schulen »Bildungs-Workshops zur Gemeinwohl-Ökonomie: Wirtschaft anders denken«
Das Projekt im Bildungsbereich hat das Ziel die Grundsätze der GWÖ in die Schulen zu bringen und konzentriert sich auf die Durchführung von GWÖ-Workshops insbesondere an Handelsakademien (HAK). Von geplanten 60 Workshops wurden bereits 43 vereinbart und ein Großteil erfolgreich abgewickelt, wodurch etwa 500 Jugendliche und 50 Lehrkräfte erreicht werden konnten. Über die Bundesländer hinweg insbesondere im Burgenland und in Oberösterreich stießen die Inhalte auf großes Interesse, was zu Bestrebungen führt, die GWÖ stärker im Schulcurriculum zu verankern. Die 100-minütigen Einheiten behandeln Schwerpunkte wie Nachhaltigkeit oder „Best Practice“ mittels interaktiver Methoden wie Ressourcen-Spielen oder der Arbeit mit der Gemeinwohl-Matrix und 20 GWÖ-zertifizierten Unternehmensbeispielen.
Gemeinwohl in der Kultur: »Belletristik für das Gemeinwohl«
Unter dem Fokus, die GWÖ im Kulturbereich sichtbarer zu machen, arbeitet dieses Projekt an der Organisation von Veranstaltungsreihen und Lesungen. Auf Basis von drei Büchern des Autors Sven Hartberger zum Thema Gemeinwohl sind Kooperationen mit renommierten Wiener Häusern für die kommende Spielzeit geplant. Ziel ist es, durch hochkarätig besetzte Diskussionsrunden und künstlerische Begleitung bis zu 1.200 Personen zu erreichen. Die öffentliche Phase startet ab September 2026.
Bürgerrat und Gemeinwohlkompass »Demokratischer Gemeinwohl-Index für einen Wiener Gemeindebezirk«
Im Wiener Bezirk Margareten wurde nach zwei durchgeführten Piloten ein Prozess zur Entwicklung eines „Gemeinwohl-Kompasses“ durchgeführt. Ein repräsentativ zusammengesetzter Bürgerrat erarbeitete Ziele und Indikatoren für den Bezirk. Die Ergebnisse wurden bereits der Bezirksvorstehung übergeben. Ein Folgeprojekt mit der Stadt Wien soll speziell Menschen ohne Staatsbürgerschaft einbeziehen. Die Ergebnisse können nachgelesen werden, siehe Nachschau.
Menschenrechte im Alltag »Menschenwürde in Gemeinden sichtbar machen«
Dieses Projekt untersucht, wie das Thema Menschenwürde in Gemeinden sichtbar und messbar gemacht werden kann. Das Interesse übertraf die Erwartungen: Statt der geplanten sechs Gemeinden nehmen nun 21 Gemeinden und zwei Regionen teil. Durch wissenschaftlich begleitete Interviews werden Erfolgskriterien erarbeitet. Zudem bietet das Projekt „Lernimpulse“ an zu Themen wie Kinderschutz oder der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen an. Siehe Projekttagebuch.
Glaubensgemeinschaften »Beitrag der Religionsgemeinschaften zum Gemeinwohl in Österreich«
In Kooperation mit der Theologischen Fakultät Innsbruck wird der gesellschaftliche Nutzen von Religionsgemeinschaften anhand der Gemeinwohl-Matrix untersucht. In Workshops wurde erarbeitet, wie spirituelle Beiträge und ehrenamtliches Engagement in die Logik der Gemeinwohl-Bilanz übersetzt werden können. Eine Präsentation der Ergebnisse findet im Mai bei einer Fachtagung in Innsbruck statt.
GWÖ-Roadshow Gemeinden »Die Gemeinwohl-Bilanz als Instrument für zukunftsfähige Gemeinden und Unternehmen in Österreich!«
Das Projekt „Roadshow Gemeinden“ zielt darauf ab, politische Entscheidungsträger*innen und regionale Unternehmen für die Gemeinwohl-Bilanzierung zu begeistern. In der Steiermark konnten bereits Vertreter*innen aus drei Gemeinden und mehrere Unternehmer*innen gewonnen werden, um gemeinsam erste Schritte Richtung Bilanzierung zu diskutieren. Siehe Nachschau. Ein weiterer Termin ist für Mai in Niederösterreich fixiert, um langfristig regionale „Peergruppen“ aufzubauen.
Umfassende Befragung »Umfrage unter GWÖ-Mitgliedern und Newsletter-Bezieher*innen«
Dieses Projekt widmet sich der methodischen Erfassung von Feedback innerhalb der GWÖ-Bewegung. Hierfür wird eine umfassende Umfrage für Newsletter-Bezieher*innen, Privatpersonen und Unternehmen entwickelt. In Abstimmung mit Expert*innen der Wirtschaftsuniversität Wien stehen drei spezifische Fragenkataloge kurz vor der Veröffentlichung. Die Befragung soll bis zum Sommer abgeschlossen sein.
Öffentlichkeitsarbeit »Kommunikations-Paper zur Stärkung ethischen Wirtschaftens durch die GWÖ«
Um die öffentliche Wahrnehmung der GWÖ zu schärfen, wurde ein umfassendes Kommunikations-Paper erarbeitet. In 20 Sitzungen wurde die Matrix aus kommunikativer, politischer und audit-spezifischer Sicht analysiert, um Kernbotschaften prägnanter formulieren zu können. Ein zusätzlicher Bestandteil ist die Aufbereitung von „Good-Practice“-Beispielen, die zeigen, wie Unternehmen ökologische und soziale Nachhaltigkeit bereits heute erfolgreich leben. Das fertige Paper soll als fundierte Basis für die Öffentlichkeitsarbeit und die politische Argumentation dienen.
Ausblick
Die Präsentationen verdeutlichten die Stärke der einzelnen Initiativen, das hohe Potenzial einer Vernetzung sowie die Möglichkeit, Synergien effektiv zu nutzen. Ob in der Bildung, der Kultur oder der Kommunalpolitik – die Projekte tragen dazu bei, die Vision eines gemeinwohlorientierten Wirtschaftssystems Realität werden zu lassen. Wir werden weiter berichten.

Auszug aus dem Bildungsprojekt an Schulen und dem demokratischen Gemeinwohl-Kompass für den Wiener Gemeindebezirk Margareten.
30. Juni 2025

Der Rat der Gemeinwohl-Ökonomie vergibt 80.000 Euro Förderung
Acht von insgesamt 18 Projekten wurden ausgewählt
Fotos aus der Nachschau (siehe Flickr-Album) können für Social Media Posts bzw. Pressezwecke im Zusammenhang mit dem GWÖ-Rat gerne honorarfrei verwendet werden. Bitte Copyright angeben © GWÖ Österreich.
Das Ergebnis steht fest – der GWÖ-Rat hat am 20. und 21. Juni getagt und über die Verteilung einer Rate aus der Gute-Rat-Zuteilung an die Projekteinreichungen entschieden. Es war eine Herausforderung – das Einreichvolumen überstieg die zur Verfügung stehende Fördersumme vierfach. Dennoch gelang es dem GWÖ-Rat – bestehend aus 7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen – in konstruktiver Zusammenarbeit eine Entscheidung im Konsent zu treffen. Aus 18 eingereichten Projekten wurden 8 ausgewählt.
Wir danken den 14 Mitgliedern des GWÖ-Rats sehr herzlich für ihr Engagement und das Herzblut, das sie eingebracht haben. Folgende GWÖ-Mitglieder wurden per Los ausgewählt und haben sich bereit erklärt, Teil des GWÖ-Rats zu sein:
Privatpersonen: Elisabeth Donawell, Caroline Felder, Wolfgang Penetsdorfer, Verena Plesch, Ulrike Reimann, Heinrich Torggler, Bernhard Wagner
Unternehmenvertreter*innen: Reinhard Decker Unternehmensberatung; Rosa Maria Eglseer, Vorsorge & Gesundheitsförderung RME GmbH; Fritz Fessler, Genossenschaft für Gemeinwohl; Boris Hanreich Film und Video Produktion; Anna Oladejo, interlink marketing e.U.; Horst Rysavy, IT- und Organisationsberatung; Matthias Widlroither, Mehr Sinn Im Leben.
Ebenso danken wir Annemarie Felder und Rainer Krismer für die achtsame, professionelle Begleitung des Prozesses und allen Projekt-Einreichenden für ihre Initiative.
Wir gratulieren den ausgewählten Projekten sehr herzlich. Die Fördersumme von € 80.000 wurde vom GWÖ-Rat wiefolgt zugeteilt:
Das Einreichvolumen gesamt betrug € 319.147
Einblicke in den GWÖ-Rat …
Beim Rat der Gemeinwohl-Ökonomie wurde deutlich, wie kraftvoll demokratische Prozesse wirken können, wenn sie von gemeinsamen Werten getragen werden.
„Beim GWÖ-Rat habe ich erlebt, wie einfach es gehen kann, dass sich 14 Personen zu 18 eingereichten Projekten, die in Summe viermal so viel Geld benötigen als zu verteilen da ist, innerhalb von 24 Stunden so einigen können, dass kein einziger Widerstand mehr im Raum ist. Eine großartige Lernerfahrung und tiefe Dankbarkeit, dass ich das miterleben durfte.“
— Fritz Fessler, der für die Genossenschaft für Gemeinwohl als GWÖ-Rat teilnahm.
Auch Elisabeth Donawell, die als Privatperson teilnahm, ist inspiriert:
„Geld kann so sinnvoll eingesetzt werden – ich war fasziniert von den wundervollen Projekten!“
— Elisabeth Donawell, Teilnehmerin
Professionell begleitet wurde der Prozess von Annemarie Felder und Rainer Krismer, die durch beide Tage führten:
„Aus den Diskussionen der Verteilung beim Guten Rat kann ich mich gut an die Wertediskurse erinnern. Genau das haben die 14 ausgelosten Vertreter*innen der Gemeinwohl-Ökonomie weitergeführt und über die Mittelzuteilung an eingereichte Projekte entschieden. Fasziniert über die Weisheit und den sehr wertschätzenden Kommunikationsstil dieser Gruppe wird durch die Umsetzung der Projekte viel Gutes in die Welt kommen.“
— Annemarie Felder, Organisationsentwicklerin und Prozessmoderatorin
2. Juni 2025

Der GWÖ-Rat tagt am 20. und 21. Juni 2025 in Salzburg

Der Rat der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) wird am 20. und 21. Juni 2025 in Salzburg zusammenkommen, um in einer eineinhalbtägigen Sitzung mit professioneller Moderation über die Vergabe der Gute-Rat-Gelder zu entscheiden. Nach Abschluss der Einreichungsphase am 15. April 2025 gingen insgesamt 21 Projektvorschläge von GWÖ-Mitgliedern ein. Nach einer sorgfältigen Prüfung durch die Steuerungsgruppe des GWÖ-Rats wurden fehlende Informationen ergänzt, ein Projekt wurde in ein ähnliches integriert, und zwei weitere nach Rücksprache zurückgezogen. Somit kommen 18 Projekte in die finale Entscheidungsrunde. Für die Entscheidungsfindung wurden 14 GWÖ-Mitglieder – darunter 7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen – per Zufall ausgewählt. Sie werden mit Unterstützung eines erfahrenen Moderator*innen-Teams über die Zuteilung der Mittel entscheiden.
April 2025
Wir haben 14 Mitglieder im GWÖ-Rat und 21 Projekteinreichungen

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die ihre Bereitschaft zur Teilnahme am GWÖ-Rat rückgemeldet haben. 14 GWÖ Mitglieder (7 Unternehmer*innen und 7 Privatpersonen) wurden in einer zweiten Runde erneut nach dem Zufallsprinzip ausgelost. Der GWÖ-Rat wird eineinhalb Tage lang im Juni 2025 mit der professionellen Unterstützung eines Moderator*innen-Teams über die Zuteilung der Gute-Rat-Gelder an die eingereichten Projekte entscheiden.
Die Projekteinreichung wurde mit 15. April 2025 geschlossen. Wir haben 21 spannende Einreichungen von GWÖ-Mitgliedern erhalten. Diese werden aktuell in der Projektgruppe formal mit den vorgegebenen Kriterien geprüft und kommen im Anschluss für die Entscheidung in den GWÖ-Rat.
Jänner – April 2025
Jetzt Projekte für den GWÖ-Rat einreichen!


Der Bundesverband der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich hat im Sommer 2024 einen Prozess gestartet, um die Entscheidung für die Verwendung der Gelder des Guten Rates für Rückverteilung, initiiert von Marlene Engelhorn, auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Mit einer Rate der Zuwendungen sollen Projekte finanziert werden, über deren Zuteilung ein sogenannter GWÖ-Rat entscheidet. Nach Abzug der Prozesskosten steht dafür ein Betrag 80.000 Euro zur Verfügung.
Alle Mitglieder der GWÖ Österreich sind eingeladen, eigene Projekte bis 15. April 2025 einzureichen.
Wir haben die Einreichfrist um einen Monat verlängert. Die Kriterien dafür sind im Einreichformular beschrieben.
Oktober 2024
Dokumentation zum Guten Rat zur Rückverteilung
September 2024
Gemeinwohl-Ökonomie Österreich initiiert GWÖ-Rat
Der Bundesverband Gemeinwohl-Ökonomie Österreich initiiert mit einem ersten Teil der Zuwendung des Guten Rates für Rückverteilung einen GWÖ-Rat, der über die Finanzierung von Projekten zur Stärkung der Gemeinwohl-Ökonomie in Österreich entscheiden soll. Alle GWÖ-Mitglieder sollen Projekte einreichen können. Details dazu folgen. Dass es spannend wird, ist fix. Daher laden wir jene Mitglieder ein, die gerne in der Projektgruppe mitarbeiten möchten. Schreibt bitte bis 15. Oktober 2024 an austria@econgood.org.
Am 3. Dezember 2024 lädt die GWÖ Vorarlberg zum Event Der Gute-Rat für Rückverteilung – Ich war dabei! ein. Ein Mitglied des Guten Rats wird an diesem Abend aus erster Hand von den intensiven Diskussionen und der Entscheidungsfindung berichten, siehe Termininfo.


Fotos: Guter Rat, Marlene Nemeth, Bizeps
Beim Fest des Guten Rates am 14. September 2024 konnten wir unser Dankeschön in Form eines CHAPEAU Lesezeichens überreichen. Der Austausch mit den Mitgliedern des Guten Rates für Rückverteilung, dem Team, den Moderator*innen, den Expert*innen und weiteren beteilten Organisationen war sehr berührend. Es gab viel zu erzählen.
Juni 2024
Die Gemeinwohl-Ökonomie bedankt sich herzlich
für die Wertschätzung des Guten Rates für Rückverteilung

50 Bürger*innen haben entschieden, dass die Gemeinwohl-Ökonomie in den kommenden 5 Jahren mit mehr als einer halben Mio. Euro unterstützt wird.
Die Entscheidung des Guten Rates für Rückverteilung, die Gemeinwohl-Ökonomie Österreich in den kommenden fünf Jahren großzügig finanziell zu unterstützen, ist ein ehrenvolles Geschenk. 50 Mitglieder des Bürger*innen-Rates haben unseren Einsatz für ein gemeinwohl-orientiertes Wirtschaften als wertvollen gesellschaftlichen Beitrag eingestuft und entsprechend belohnt. Es ist eine sehr schöne Wertschätzung für den umfassenden Einsatz, den unsere Aktiven und Expert*innen – zum Großteil ehrenamtlich – geleistet haben und weiterhin leisten werden, um unserem Ziel einer 360°//GOOD ECONOMY zum Durchbruch zu verhelfen.
Ein Bürger*innen-Rat oder Bürger*innen-Konvent ist Teil unserer DNA. Das ist das Gremium, das die größte Expertise hat, Aussagen darüber zu treffen, was es bedeutet, ein gutes Leben für alle möglich zu machen. Und genau diese Aussagen sollten die Basis für politische Entscheidungen sein.
Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt sich dafür ein, den Wohlstand einer Gesellschaft nicht anhand des Brutto-Inland-Produktes (BIP), einem rein monetären Aggregat, zu messen, sondern mit einem von einem Bürger*innen-Rat zu definierenden Gemeinwohl-Produkt, das auch gesellschaftliche Werte und Kriterien für ein gutes Leben wie Menschenwürde, Solidarität, Verteilungsgerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung mit einbezieht.
Ein demokratisches Gemeinwohl-Produkt würde gleich zwei Probleme in einem lösen: Die Bevölkerung würde stärker einbezogen in das politische Geschehen, womit sich die in den letzten Jahren aufgegangene Kluft zwischen der Politik und Bevölkerung schließen würde. Zum anderen hätte die Gesellschaft endlich einen ethischen Kompass für die Wirtschaftspolitik, der ein gutes Leben für alle ermöglicht.















